HHN-Achse

Verteidigungsmodus

Wachstumsmodus

 

 

HHN-Achse

 

 

Die HHN-Achse umschreibt aus biochemischer Sichtweise den Verteidigungsmodus bzw. den Überlebensmechanismus, der den Menschen seit Anbeginn beschützt und – das ist wesentlich – seinen Wachstum sichert bzw. freisetzt.

HHN-Achse steht für Hypothalamus-Hypophyse-Nebennieren-Achse. Diese Sache ist eigentlich ganz simpel. Wenn keine Gefahr von ausserhalb auf unseren Körper droht, sprich Tigerangriff, Raubüberfall, Unfall mit dem Fahrzeug usw., dann ist die HHN-Achse inaktiv. Sollten wir jedoch eine Gefahr erkannt haben, wird die HHN-Achse sofort aktiv. Der Hypothalamus nimmt die (vermeintliche) Gefahr war und sendet ein Signal, eine Information an die Hypophyse. Die Hypophyse organisiert unsere 50 – 100 Billionen Körperzellen, um diese Gefahr abzuwehren bzw. unser überleben zu sichern. Das heisst, dass die involvierten Körperzellen sich verschliessen (dicht machen – weder Ausscheidung noch Aufnahme ist möglich) und somit ihre Energie auf die Abwendung der Gefahr hin ausrichten. Dies wird mittels Signalinformation an die Adrenalindrüsen
(Nebennierenrinden) veranlasst, um die „Flucht oder Kampf“–Reaktion des Körpers einzuleiten. Die Stresshormone veranlassen, dass das Blut von den Verdauungsorganen „abgezogen“ wird und für die Extremitäten (Beine und Arme) zur Verfügung gestellt wird. Auch hierbei wird der Aufnahme- und Ausscheidungsmechanismus unterbrochen.

Bei dieser Betrachtung wurde das vegetative Nervensystem der Einfachheithalber vernachlässigt.

Um jegliche überlebensnotwendige Energie zur Verfügung zu haben, wird als sekundäre Folge unser Immunsystem unterdrückt. Denn die geballte Energie, die wir "für ein paar Minuten für eine Flucht" benötigen, sichert unser direktes überleben. Eine Bakterieninfektion können wir anschliessend in den nächsten Tagen dann immer noch auskurieren. Wir kennen wohl alle, wie energieraubend eine Erkältung sein kann. Hierbei verbraucht eben unser Immunsystem die Energie zur Bekämpfung des Eindringlings.

Die Aktivierung der HHN-Achse schränkt auch unsere Fähigkeit klar zu Denken ein. Eine schnelle, reflexartige Reaktion kann in einer gefährlichen Situation lebensrettend sein. Weil unser logisch und vernünftig denkendes Vorderhirn in der Informationsverarbeitung langsamer ist als unser Hinterhirn, wird unser Vorderhirn weniger durchblutet und unser Hinterhirn mit mehr Blut und somit mehr Energie versorgt. Unser bewusstes, willentliches Handeln wird übrigens im Vorderhirn verarbeitet.

Nun, diese HHN-Achse scheint und ist eine ausgezeichnete Sache. Doch … .
In unserer heutigen, zivilisierten Lebensweise sind wir stetig irgendwelchen vermeintlichen Gefahren von aussen ausgesetzt. Denken wir an den Arbeitskollegen, der sich unsere Arbeitsposition unter den Nagel reissen möchte oder an die Hektik und Rücksichtslosigkeit im Strassenverkehr oder an einen möglichen Raubüberfall, den wir vielleicht in jedem Motorradfahrer, der mit aufgesetztem Helm unseren Tankstellenshop betritt, vermuten. Hinzukommen unsere "alten", vielleicht hinderlichen Muster, welche im Unterbewusstsein gespeichert sind und mit alltäglichen Situationen in Resonanz treten können. Alle diese Beispiele und Ängste haben eines gemeinsam. Wir sind analog einem Sprinter auf „Achtung, fertig …“ und warten meist vergebens auf das "Los", um unser Adrenalin heraus zu rennen. Unserem Körper das Signal zu geben: "Die Gefahr war da, doch nun konnte ich sie abwehren und du kannst wieder auf Normalbetrieb umschalten."
Was ist eigentlich der Normalbetrieb?
Wachstum - im Normalbetrieb sind wir ausserhalb von Gefahren und fühlen uns sicher. Wir können aufatmen, auftun und den Austausch fördern. Aufnahme und Ausscheidung sind wieder aktiv und werden zur primären Funktion. Das nennt man Wachstum.
 

 

 

 

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